Homepage von Juergen Czech
Wasserdichter Verbau
Das Grundwasser erschwert viele Bauvorhaben. Zum einen, weil die Bauwerke dann
wasserdicht sein muessen (sogenannte "wasserdichte Wannen"), zum anderen weil
in der Regel eine Wasserhaltung zum Trockenhalten der Baugrube erforderlich wird.
Im hier beschriebenen Beispiel kann eine Wasserhaltung ohne Verbau nicht erfolgen,
da die Baustelle in der Stadtmitte von Leipzig liegt und eine entsprechende Grundwasser-
absenkung die Nachbargebaeude schaedigen koennte. Also wird die Baugrube als
"wasserdichter Topf" konzipiert:
Erst werden wasserdichte Spundwaende (quasi als Topfwaende) in die anstehenden
quartaeren Kiessande eingebracht. Dann wird eine HDI-Injektionssohle in den Kiessanden
aus Beton hergestellt (HDI=Hochdruckinjektion, das waere somit der Topfboden). Wenn
es funktioniert, ist der Topf dicht und man kann anschliessend ohne Wasserhaltung bis zur
Betonsohle auskoffern.
Ob die Sache funktioniert haengt in erster Linie von dem Untergrund ab. Der muss entsprechend
durchlaessig und homogen sein, damit die eingepresste Zementsuspension moeglichst alle
Hohlraueme bzw. Poren in den Kiesessanden erreicht und sich eine gleichmaessige Betonschicht
ergibt. Deshalb kann es bei einer stellenweise schlechteren Durchlaessigkeit auch zu
Fehlstellen kommen, in die dann munter von unten Grundwasser hoechdrueckt. Aus gutem Grund
werden deshalb in Leipzig oft Unterwasserbetondecken verwendet.